Einführung in die Methodik der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD)
Die Diskussion um die Offenlegung klimabezogener Risiken bleibt in Bewegung: Nachdem die Europäische Kommission die jüngsten Änderungsvorschläge zu den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) im Oktober 2025 abgelehnt hat, geht der Entwurf nun erneut in eine einmonatige Review-Phase.
Aktuelle Informationen zu den Änderungsvorschlägen finden Sie hier:
Blog: EU-Omnibus-Vorschlag
Unabhängig vom finalen Wortlaut der europäischen Vorgaben steht fest: Die Offenlegung von Klimarisiken wird künftig ein zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsberichterstattung sein.
Dabei orientieren sich die europäischen Standards und internationalen Rahmenwerke an der Methodik der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Sie gilt weltweit als Referenzrahmen für die Identifizierung, Bewertung und Berichterstattung klimabezogener Chancen und Risiken.
Für Unternehmen bedeutet das: Wer die TCFD-Methodik versteht und anwendet, kann Klimarisiken frühzeitig erkennen, regulatorische Anforderungen erfüllen und strategische Entscheidungen auf einer belastbaren Datenbasis treffen. Der Blog zeigt, wie das konkret gelingt – Schritt für Schritt von der Szenarioanalyse bis zur Resilienzbewertung.
Die TCFD wurde 2017 vom Financial Stability Board ins Leben gerufen, um Unternehmen und Investoren einheitliche Leitlinien zur Bewertung klimabedingter Risiken zu bieten. Ihr Ziel: finanzielle Stabilität durch Transparenz über Klimarisiken.
Diese Struktur ermöglicht es Unternehmen, physische und transitorische Risiken nachvollziehbar zu erfassen und Szenarioanalysen durchzuführen – der methodische Kern jeder Klimarisikoanalyse.
In der Szenarioanalyse werden physische und transitorische Risiken bewertet:
Mithilfe von Szenarioanalysen werden verschiedene Zukunftsszenarien simuliert, z. B. eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 2 °C (RCP 2.6) oder ein starker Anstief der globalen Durchschnittstemperaturen (RCP 8.5). So lässt sich einschätzen, wie wahrscheinlich der Eintritt bestimmter Risiken ist und wo die größten Schadenspotenziale liegen.
Eine Resilienzbewertung zeigt auf, wie widerstandsfähig eine Unternehmensstrategie oder ein Standort gegenüber Klimarisiken ist.
Hierbei werden u. a. betrachtet:
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie robust das Geschäftsmodell unter verschiedenen Klimaszenarien bleibt und welche (weiteren) Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz erforderlich sind.
Eine strukturierte Klimarisikoanalyse ist weit mehr als ein Kernbestandteil einzelner regulatorischer Pflichten wie der CSRD oder der EU-Taxonomie. Sie ist ein strategisches Steuerungsinstrument, das Unternehmen hilft, Risiken zu managen und Chancen zu nutzen:
Kurz gesagt: Sie schafft die Grundlage, um klimabedingte Kosten frühzeitig zu erkennen, deren Auswirkungen aktiv zu steuern und nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Die TCFD bildet die Grundlage der europäischen Anforderungen an Klimarisikoanalysen.
Unternehmen, die ihre Klimarisiken nach dieser Methodik analysieren und ihre Resilienz bewerten, schaffen damit nicht nur die Basis für künftige Berichtspflichten – unabhängig davon, wann die überarbeiteten ESRS endgültig verabschiedet werden. Sie investieren zugleich in Widerstandsfähigkeit, Transparenz und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Sie möchten Ihr Risikomanagement um die Klimarisikoanalyse erweitern?
Wir begleiten Sie dabei, klimabezogene Risiken systematisch zu identifizieren und zu bewerten. Gemeinsam gehen wir komplexe Anforderungen praxisorientiert an und gestalten den Prozess passgenau für Ihr Unternehmen – ob für einzelne Standorte, ausgewählte Lieferketten oder das gesamte Geschäftsmodell. Auf Wunsch bieten wir zudem Sparring und methodische Unterstützung, um interne Prozesse gezielt weiterzuentwickeln.
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