„Belegbarkeit schlägt Botschaft: EmpCo verändert nicht nur, was wir sagen dürfen – sondern wie glaubwürdig Marken künftig wahrgenommen werden.“
Im Rahmen unseres Fokusmonats „Green Claims im neuen Rechtsrahmen – Compliance erfüllen, Marke schärfen“ sprechen wir mit Christina Schäferkord. Sie leitet bei Fokus Zukunft den Bereich Kommunikation und Marke und verantwortet gemeinsam mit ihrem Team die Übersetzung von Nachhaltigkeitsleistung in klare, glaubwürdige und compliance‑konforme Kommunikation. Im Interview erklärt sie, warum die EmpCo-Richtlinie die Spielregeln der Nachhaltigkeitskommunikation verändert – und was jetzt entscheidend ist.
Die EmpCo verschiebt Nachhaltigkeitskommunikation grundlegend: weg vom reinen Storytelling hin zu nachweisbarer Substanz. Sie stärkt den Verbraucherschutz und zwingt Unternehmen dazu, ihre Aussagen klar zu priorisieren, sauber zu belegen und verständlich zu machen.
Das ist mehr als eine neue regulatorische Anforderung – es ist ein kultureller Wandel. Marken, die das ernst nehmen, gewinnen an Glaubwürdigkeit, weil sie nicht Perfektion versprechen, sondern Nachvollziehbarkeit schaffen.
Marken hingegen, die weiterhin auf unscharfe oder überzogene Claims setzen, riskieren Reputationsverluste. Langfristig ist das weniger ein juristisches als ein massives Glaubwürdigkeitsrisiko gegenüber Kund:innen, Partnern und weiteren Stakeholdern – und damit eine echte Gefahr für die Marke.
Die größten Risiken liegen aktuell in der Unschärfe: zu bolde Claims, die Hervorhebung einzelner Produktmerkmale ohne belastbaren Kontext oder Aussagen, die schneller kommuniziert werden, als sie intern tatsächlich belegt sind.
Die EmpCo macht genau diese Graubereiche sichtbar – und damit angreifbar. Viele Unternehmen unterschätzen, wie schnell ein gut gemeinter Nachhaltigkeitsclaim zu einem handfesten Compliance‑Risiko wird, wenn er nicht belegbar, intern abgestimmt und verständlich eingeordnet ist.
EmpCo‑konforme Kommunikation folgt einem klaren Prinzip: Belegbarkeit vor Botschaft. Nachhaltigkeitskommunikation ist kein reines Kommunikationsprojekt mehr. Interne Prozesse müssen daher neu – interdisziplinärer – gedacht werden.
Während aktuell in vielen Unternehmen Vertrieb oder Produktmanagement das Marketing gebrieft haben – und daraus Kampagnen oder Kommunikationsmaterial entsteht –, braucht es zukünftig eine deutlich engere Verzahnung aller Beteiligten: Produkt, Nachhaltigkeit, Recht, Kommunikation und Marketing. Es braucht belastbare Daten, klare interne Freigabeprozesse und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verständlich zu übersetzen.
Dieser Schritt gelingt, wenn Unternehmen Nachhaltigkeit nicht nur als Pflicht, sondern als Impactfrage begreifen. Compliance ist die Basis – echte Markenwirkung entsteht jedoch erst dann, wenn klar wird, wofür eine Marke steht, welche Entscheidungen sie bewusst trifft und welche Themen sie priorisiert.
Dabei gilt: Mut zur Lücke ist oft glaubwürdiger als der Versuch, alles abzudecken. Gerade in der Industrie sehen wir häufig, dass es wirkungsvoller ist, einzelne Produktlinien nachvollziehbar nachhaltig zu positionieren, als das gesamte Unternehmen mit pauschalen Aussagen zu überziehen. Eine klare Haltung, konsistente Kommunikation und die bewusste Priorisierung ausgewählter Nachhaltigkeitsthemen entfalten so ihre entscheidende Wirkung.
Fokus Zukunft unterstützt Unternehmen dabei, im Umgang mit der EmpCo Klarheit und Sicherheit zu gewinnen. Wir prüfen bestehende Nachhaltigkeitsaussagen, bewerten ihre Belegbarkeit und entwickeln klare Kommunikationsleitplanken für Marketing und Marke.
Gleichzeitig denken wir über Compliance hinaus: EmpCo ist für uns die Basis, um Nachhaltigkeit strategisch zu priorisieren und glaubwürdig in der Marke zu verankern. So entsteht Kommunikation, die heute rechtssicher ist – und morgen Vertrauen aufbaut.
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