Für viele Unternehmen wirkt der Digitale Produktpass (Digital Product Passport, kurz DPP) noch wie eine Anforderung, die erst in Zukunft relevant wird. Mit dem Start des EU-Registers für den Digitalen Produktpass und der Veröffentlichung erster technischer Standards wird aus der politischen Diskussion jedoch zunehmend ein konkretes Umsetzungsthema.
Für Unternehmen rückt damit eine zentrale Frage in den Vordergrund: Sind die nötigen Produktdaten vorhanden, sind Zuständigkeiten geklärt und passen die Prozesse zu den künftigen Anforderungen?
Der Digitale Produktpass ist ein zentrales Element der Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR) und ein wichtiger Baustein des European Green Deal sowie des EU-Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft. Ziel ist es, Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts digital verfügbar zu machen.
Je nach Produktkategorie kann der DPP unter anderem Informationen enthalten zu:
Die übergeordnete Zielsetzung besteht darin, mehr Transparenz zu schaffen, die Kreislaufwirtschaft zu fördern und verlässliche Informationen für unterschiedliche Stakeholder bereitzustellen – darunter Verbraucher, Behörden, Reparaturbetriebe, Recycler und Geschäftspartner.
Das DPP-Register ist die zentrale EU-Infrastruktur zur Verwaltung und Identifikation Digitaler Produktpässe. Es dient als Verzeichnis und verknüpft Produkte über eindeutige Identifikatoren mit ihren jeweiligen Digitalen Produktpässen. Die eigentlichen Produktdaten werden dabei nicht zentral gespeichert. Sie verbleiben in dezentralen Datenbanken, die von Herstellern, Wirtschaftsakteuren oder spezialisierten Dienstleistern betrieben werden.
Damit bildet das Register das Rückgrat des DPP-Ökosystems und schafft die Voraussetzung für eine einheitliche Identifikation, Rückverfolgbarkeit und Marktüberwachung von Produkten innerhalb der EU. Zusammen mit dem künftig verfügbaren DPP-Webportal soll es Nutzern ermöglichen, Produktinformationen europaweit abzurufen und zu verifizieren.
Im Juli 2026 hat die Europäische Kommission das DPP-Register eingeführt. Damit wurde ein wichtiger Meilenstein für die praktische Umsetzung des Digitalen Produktpasses erreicht. Der DPP ist damit nicht mehr nur eine zukünftige regulatorische Anforderung. Schrittweise entsteht eine europaweite Infrastruktur für Transparenz, Rückverfolgbarkeit und den digitalen Austausch von Produktinformationen entlang der Wertschöpfungskette. Die dafür notwendige technische und organisatorische Infrastruktur wird sukzessive aufgebaut und in Betrieb genommen.
Für viele Unternehmen dürfte die größte Herausforderung des DPP nicht in der Erstellung des eigentlichen digitalen Produktpasses liegen, sondern in der Vorbereitung der dafür erforderlichen Daten. Unternehmen benötigen verlässliche und nachvollziehbare Informationen zu Produkten, Materialien, Lieferanten und Nachhaltigkeitsleistungen. In der Praxis sind diese Informationen heute häufig über unterschiedliche Systeme, Abteilungen und Partner entlang der Wertschöpfungskette verteilt.
Entscheidend sind deshalb unter anderem folgende Fragen:
Unternehmen, die diese Fragen frühzeitig klären und ihre Datenbasis entsprechend vorbereiten, sind besser aufgestellt, wenn die produktspezifischen Anforderungen schrittweise in Kraft treten.
Bevor Unternehmen in Softwarelösungen oder technische Systeme investieren, sollten sie zunächst einordnen, wie gut sie bereits auf die zukünftigen DPP-Anforderungen vorbereitet sind. Eine strukturierte Bestandsaufnahme hilft dabei, den aktuellen Stand zu bewerten und wesentliche Handlungsfelder zu identifizieren.
Dazu gehören insbesondere:
Auf dieser Grundlage lässt sich eine Umsetzungs-Roadmap entwickeln, die sich am tatsächlichen Handlungsbedarf des Unternehmens orientiert.
Um Unternehmen bei dieser Einordnung zu unterstützen, bieten wir einen ESPR- & DPP-Readiness-Check an. Im Rahmen eines Workshops analysieren wir strukturiert den aktuellen Vorbereitungsstand und bewerten den Reifegrad in zentralen Bereichen wie:
Das Ergebnis ist eine übersichtliche Ampelbewertung mit konkreten Handlungsempfehlungen und priorisierten nächsten Schritten. So wird sichtbar, wo bereits eine belastbare Grundlage besteht, wo Lücken liegen und welche Themen für die weitere Vorbereitung priorisiert werden sollten.
Der Digitale Produktpass ist keine ferne Zukunftsanforderung mehr. Der regulatorische Rahmen wird zunehmend konkret, gleichzeitig nimmt die technische Infrastruktur Gestalt an und die Anforderungen an transparente Lieferketten steigen.
Unternehmen, die sich bereits heute mit ihren Produktdaten, Prozessen und Lieferketten auseinandersetzen, schaffen Voraussetzungen für die zukünftige Compliance. Gleichzeitig können Sie ihre Datenbasis stärken, die Transparenz entlang der Wertschöpfungskette verbessern und eine Grundlage für nachhaltigere Produkte sowie fundiertere Kunden- und Geschäftsentscheidungen schaffen. Der Digitale Produktpass ist deshalb nicht ausschließlich als regulatorische Verpflichtung zu betrachten. Die Vorbereitung kann auch dazu beitragen, Daten und Prozesse langfristig belastbarer aufzustellen und damit Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit zu stärken.
Möchten Sie wissen, wie gut Ihr Unternehmen auf die Anforderungen von ESPR und Digitalem Produktpass vorbereitet ist? Kontaktieren Sie uns und erfahren Sie mehr über unseren ESPR- & DPP-Readiness-Check.
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