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Klimastrategie & Bilanzierung

CO₂-Bilanzierung vs. Ökobilanzierung

Warum Unternehmen beide Ansätze kennen sollten

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Autor:in
Julia Jahn
Beitrag vom
06.02.2025
Aktualisiert am
13.02.2025
Lesedauer ungefähr
Minuten
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„CO₂-Bilanzierung und Ökobilanzierung sind zwei wichtige Instrumente, um Klarheit über die Umwelteinflüsse des Unternehmens zu erlangen.“

Einführung

Nachhaltigkeit ist schon lange nicht mehr nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Unternehmen stehen unter wachsendem Druck, ihre Umweltbelastungen zu minimieren, zu protokollieren und ihre Nachhaltigkeitsstrategien zu verbessern. Zwei wichtige Konzepte in diesem Kontext sind die CO₂-Bilanzierung und die Ökobilanzierung. Aber was genau sind die Unterschiede und warum sind sie für Unternehmen relevant?

Genau diese Fragen haben wir an eine unserer Expert*innen weitergegeben – unsere Nachhaltigkeitsberaterin mit Schwerpunkt Bilanzierung Marnie Schmidt.

Was ist CO2-Bilanzierung?

CO₂-Bilanzierung, umgangssprachlich auch „CO₂-Fußabdruck“ genannt, ist ein spezialisierter Ansatz, der sich auf die Erfassung und Berechnung von Treibhausgasemissionen konzentriert. Die Bilanzierung kann zum Beispiel für einzelne Produkte oder das gesamte Unternehmen durchgeführt werden und gibt Aufschluss darüber, wo Emissionen anfallen, ob in der Produktion, der Lieferkette oder der Nutzung der Produkte. Neben Kohlendioxid-Emissionen werden laut Kyoto-Protokoll auch weitere Treibhausgase wie Methan (CH₄) und Distickstoffmonoxid (N₂O) berücksichtigt. Diese Emissionen werden in CO₂-Äquivalente umgerechnet, um eine einheitliche Messgröße für die unterschiedlichen Treibhausgase zu schaffen. Aus der CO₂-Bilanzierung lassen sich gezielte Reduktionsmaßnahmen ableiten und im Nachgang unvermeidbare Emissionen kompensieren.

Was ist Ökobilanzierung?

Die Ökobilanzierung geht einen Schritt weiter und betrachtet den gesamten „Umweltfußabdruck“. Sie umfasst verschiedene Wirkungskategorien wie zum Beispiel Wasserverbrauch, Bodenversauerung oder auch Treibhausgasemissionen, also auch die CO₂-Bilanzierung. Somit bietet die Ökobilanzierung eine umfassendere Perspektive auf die Umweltauswirkungen, die über die CO₂-Emissionen hinausgehen.

Warum sind diese Bilanzierungen wichtig?

Mit beiden Verfahren erhalten Unternehmen ein besseres Verständnis und mehr Transparenz über ihre Umweltauswirkungen. Während die Ökobilanzierung derzeit nicht verpflichtend ist, besteht bei der CO₂-Bilanzierung Handlungsbedarf. Denn im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sind Unternehmen in der EU unter gewissen Voraussetzungen verpflichtet, einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen, wenn die CSRD in deutsches Recht umgesetzt wird.

Unternehmen müssen verstehen, in welchen Bereichen sie die größte Belastung für das Klima darstellen, um effektive Maßnahmen zur Reduktion und Kompensation zu ergreifen. Die CO₂-Bilanzierung bietet eine klare, standardisierte Methode zur Messung und Kommunikation von Treibhausgasemissionen innerhalb des Unternehmens und gegenüber Stakeholder*innen.

Die Grenzen der Ökobilanzierung

Obwohl die Ökobilanzierung eine umfassende Sicht auf die Umweltauswirkungen eines Unternehmens bietet, gibt es einige Herausforderungen, die ihren Einsatz begrenzen. Eine der größten Schwierigkeiten ist die Datenverfügbarkeit und -qualität. Für jede Wirkungskategorie der Ökobilanzierung gibt es unterschiedliche Messgrößen und Datenanforderungen, was die Vergleichbarkeit und Bewertung der Ergebnisse erschwert.

Da es für die CO₂-Bilanzierung bereits etablierte Methoden, umfangreiche Datenbanken sowie die Berichtspflicht (CSRD) gibt, konzentrieren sich Unternehmen und Gesetzgeber*innen derzeit stärker auf diesen Aspekt als auf die Ökobilanzierung.

Herausforderungen bei der Implementierung

Die Implementierung beider Bilanzierungen bringt einige Herausforderungen mit sich. Ein häufiges Problem ist die Beschaffung der notwendigen Daten. Vielen Unternehmen liegen die benötigten Daten nicht vor, da sie für das Tagesgeschäft nicht benötigt werden. Eine weitere Herausforderung besteht in der Erfassung der gesamten Wertschöpfungskette. Denn insbesondere bei CSRD-pflichtigen Unternehmen müssen auch Daten zur nachgelagerten Kette, wie Logistik, Nutzung und Entsorgung der Produkte, berücksichtigt werden.

Um diesen Prozess zu erleichtern, raten wir unseren Kund*innen zu einer Einstiegsbilanz. Hier helfen wir, die notwendige Infrastruktur aufzubauen und sich an neue Regulatorien anzupassen, um die Bilanz in Zukunft effizienter erstellen zu können.

Zum Fazit
zusammengefasst

Die CO₂-Bilanzierung und die Ökobilanzierung sind zwei wichtige Instrumente für Unternehmen, um Klarheit über die Umwelteinflüsse des Unternehmens zu erlangen.

Die CO₂-Bilanzierung, mit ihrer standardisierten Methode und den umfassenden Datenbanken, bietet die Möglichkeit Treibhausgasemissionen zu messen und daraus unmittelbare Maßnahmen zur Emissionsreduktion abzuleiten. Die jährliche Abgabe eines CSRD-Berichts wird unter gewissen Voraussetzungen Pflicht, wenn die CSRD in deutsches Recht umgesetzt wird.

Die Ökobilanzierung hingegen erweitert den Blickwinkel und ermöglicht es Unternehmen, eine Vielzahl von Umweltauswirkungen zu betrachten, von Wasserverbrauch bis hin zur Biodiversität. Durch Herausforderungen wie die erschwerte Datenverfügbarkeit und -qualität wird diese Methode gerade nicht als Grundlage für Regulatoriken oder Handlungsmaßnahmen genutzt.

Unsere Prognose ist jedoch: In Zukunft wird vermutlich auch die Ökobilanzierung eine größere Rolle spielen, vor allem wenn neue Regulatoriken beschlossen werden.

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